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ACT – Knorpel­transplan­tation

Die autologe Chondrozyten­transplantation (ACT) ist der Gold­standard bei größeren Knorpel­schäden und ersetzt Defekte mit körpereigenen Zellen.

ACT – Knorpel­transplan­tation

Die autologe Chondrozyten­transplantation (ACT)

Bei fokalen, also punktuellen Schäden des Gelenkknorpels ab 2 cm2 bis zu einer Größe von ca. 10 cm2 ist der goldene Standard aktuell die autologe (körpereigene) Chondrozytentransplantation (ACT). Bei diesem zweizeitig durchgeführten Verfahren wird der Defekt mit gezüchteten Knorpelzellen ausgefüllt, die dann einen hyalinartigen, also gelenktypischen Knorpel bilden und den Defekt komplett ausfüllen. Die Kosten der ACT wird von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen komplett übernommen. Um Knorpelzellen zur Transplantation züchten zu können, müssen erst einmal in einem ersten arthroskopischen Eingriff Knorpelzellen, meist aus dem geschädigten Gelenk, entnommen und zusammen mit Patientenblut zur Züchtung eingeschickt werden.

Der Entnahmeort im Gelenk liegt an einer Stelle, die nicht belastet ist und somit auch nicht zu belastungsabhängigen Beschwerden im postoperativen Verlauf führen. Gleichzeitig wird im Rahmen der Arthroskopie das gesamte Gelenk begutachten, intraartikuläre Schäden versorgt und der Knorpeldefekt in seiner Ausdehnung vermessen. Nach dem Eingriff wird eine schmerzangepasste Teilbelastung an zwei Unterarmgehstützen und ohne Limitierung der Beweglichkeit empfohlen. Nach ungefähr drei bis fünf Tagen hat sich genügend Gelenkschmiere im Gelenk gebildet, so dass eine Vollbelastung in diesem Zeitrahmen wieder möglich ist.

Video Knorpelentnahme

Defekt­trocknung

Die Züchtung der Knorpelzellen dauert ca, sechs Wochen. Jede Probe wird von der Europäischen Arzneimittelkommission darauf geprüft, dass für die intraoperativ ausgemessene Defektgröße ausreichend Knorpelzellen gezüchtet wurden, um den oder die Defekte im Gelenk mit genügenden Chondrozyten füllen zu können. In der Zwischenzeit darf das Gelenk nicht geschont, allerdings auch nicht überlastet werden. Zur zweiten Operation sollte das Gelenk nicht geschwollen und reizfrei sein, damit die Knorpelzellen gut im Defekt anhaften und wachsen können. Um das Gelenk bestmöglich auf die Transplantation vorzubereiten, empfiehlt sich die Durchführung eines täglichen Kräftigungsprogramms (z.B. www.stop-x.de).

Der zweite Eingriff findet in der Regel ebenfalls arthroskopisch statt. Vorab wird der gezüchtete Knorpel mit den Patientendaten abgeglichen. Der Defekt wird als erstes mit einer scharfen Kürette oder einem scharfen Löffel von losen Knorpelanteilen bis auf die Knochenlamelle hinab befreit. Ferner wird zirkumferent eine scharfe Knorpelkante geschaffen. Anschließend wird die Spülflüssigkeit aus dem Gelenk abgelassen und der Defekt getrocknet.

Video Defekt­trocknung

Anwendung von Sphäroiden zur Defektbehandlung: Vorgehensweise und Anpassung

Es stehen je nach Defektgröße unterschiedlich viele Applikatoren mit sogenannten Sphäroiden (Zellaggregate, die durch Aggregation und Organisation tausender Zellen zu einer Kugel in einer 3D-Kultur erzeugt werden können) in der Kühlbox zur Verfügung. Ist der Defektboden trocken, so wird der erste Applikator vorsichtig in den Defekt geschoben, wobei dieser durch Biegen an die anatomischen Verhältnisse angepasst werden kann.

Vorsichtig werden nun die Sphäoide auf den Defektboden gespritzt, wo sie selbständig durch Adhäsionskräfte anhaften. Mit einem Tasthaken oder einem anderen chirurgischen Instrument müssen nun die Sphäroide gleichmäßig über den gesamten Defektboden verteilt werden. Nach ungefähr 20 Minuten sind die Sphäroide fest mit dem Knochen verbunden.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung nach einer Knorpeltransplantation erfolgt phasenhaft an das biologische und biomechanische Wachstum des neuen Knorpels angepasst. Ein entsprechendes Nachbehandlungsschema kann hier als PDF-Formular heruntergeladen oder in der Praxis als Ausdruck zur Vorlage beim Physiotherapeuten mitgegeben werden.

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